Sehnsuchtsland hoch im Norden




Alaska,

der nördlichste und kälteste Staat der USA,
hat eine faszinierende und unberührte Natur.

Alaska hat mich schon immer fasziniert. Mit ein bisschen Glück fand ich einen saisonalen Gelegenheitsjob als Reiseleiterin.

Auf dem Weg nach Anchorage fand sich ein Teil der Reisegruppe bereits in Seattle zusammen , von wo wir per Inlandsflug nach Anchorage weiterreisen. Der riesige Flughafen zwingt beim Umsteigen zu großer Hast und wir erreichen unseren Alaska Airline Flieger mit Ach und Krach. Mein Rucksack bleibt allerdings auf der Strecke …

Anchorage bietet einige Attraktionen:
·         Ship Creek,  Aussichtspunkt, Lachse, Fischlokal, Campingplatz
·         Lake Hood,  „größter Wasserflugplatz der Welt“ gleich neben dem             Internationalen Airport
·         Point Woronzof,  Ausblick auf die Skyline von Anchorage, das Wasser des Cook Inlet, an klaren Tagen auch auf den  Mt. Denali
·         Captain James Cook Memorial,  am Meer gelegen, hier zeigen sich im Herbst Beluga Wale. Neben dem Denkmal gibt es einen Parkplatz. Am nahen Imbissstand werden Rentierwürste angeboten. Vom Strand aus führt ein geteerter Fußweg zur Westchester Lagune und weiter zum Earth Quake Park.
·         Westchester Lagune schöner Ort zum Radeln, Walken, Fotografieren und Relaxen.
·         Earthquake Park auf großen Tafeln wird mit eindrucksvollen Fotos über das Erdbeben 1964 berichtet. Das ganze befindet sich unter freiem Himmel.
 
Anchorages Wiederaufbau aus den 60er Jahren wirkt auf mich grau und trostlos. Per öffentlichem Bussystem werden Wartende an den Haltestellen mehr oder weniger aufgabelt. So ist man relativ günstig mobil und umgeht das „Obdachlosenviertel“, auf dem Weg in die Stadt. Wie in jeder größeren US-Stadt gibt es ein Visitor-Center, nette Bars und sogar das eine oder andere Cafè. Außerdem bietet Anchorage einige interessante Museen.

Ship Creek

Auf dem Reiseplan steht der Besuch des Denali Parks, der uns schöne Shoots zu Alaskas Tierwelt liefern soll.  Wir halten in Eklutna, um die russische Kirche (1794) und den indianischen Friedhof mit seinen bunten Geisterhäuschen zu besuchen.

Orthodoxe Kirche, Eklutna

 
Mit ein bisschen Glück erhascht man in Talkeetna endlich den Blick auf den majestätischen und immerfort schneebedeckten Berg Denali. Der Denali erhielt seinen Namen aus Respekt vor der indianischen Bevölkerung zurück. Er war aus Marketingründen in einem früheren Präsidentenwahlkampf in Mount McKinley umbenannt worden. Denali bedeutet der Große. Dieser Name passt viel besser zu dem mächtigen 6000er, welcher zu dem Dach Alaskas, dem teilweise unpassierbaren und schroffen Alaska-Gebirge gehört.
 
 
Tipps für den Besuch des Denali Parks:
·         Flüge: kann man über verschiedene Reiseanbieter bereits von Talkeetna aus buchen. Vom Park aus kann man aber auch direkt über Denaliair buchen.
·         Parkeintritt: ca.10 US Dollar, in den Ferienzeiten kann es nicht unerhebliche Schlangen am Ticketschalter geben. Besser bucht Ihr telefonisch oder seid einfach früh genug da.
·         Shuttlebusfahrt: ca.  34 US Dollar, bis zum äußeren Rand etwas mehr. Durch den Park bewegt man sich mit Bussen, die nach Fahrplan an den Haltestellen halten. So kann man sich relativ frei bewegen, muss aber darauf achten, die letzte Shuttlefahrt zurück zu nutzen. Durch den Park führt nur eine Fahrstrecke. Unterwegs erzählen die Busfahrer Interessantes zu dem liebevoll gepflegten Park.

Am nächsten Tag geht es über Nenana nach Fairbanks. Wir sind noch im Juli unterwegs und es ist nicht wirklich kalt.

Doch langsam vermisse ich meine Habseligkeiten  im verlorenen Rucksack und nehme Kontakt zu den Airlines auf. Vielleicht hat jemand meinen Rucksack sichergestellt, der ganz alleine und ohne Banderole in Seattle vergessen worden war….
 
Nenana ist bekannt durch sein Fest, mit dessen Höhepunkt die Alaskaner auf den Eisaufbruch wetten, um den Frühling zu begrüßen. Besuchen sollte man den schönen alten Bahnhof und mit ein bisschen Glück fährt die legendäre Alaska-Railroad gerade ein!

In Fairbanks angekommen fahren wir zum architektonisch interessanten „Museum of the North“. Seine äußere Gestalt ist den Eisbergen nachempfunden, so wie seine Lage über der Stadt. Wir laufen zum Botanischen Garten unterhalb des Museums und bewundern riesige Kohlköpfe und Sonnenblumen. Schließlich ist es im Sommer hier lang genug hell.

Der Campingplatz am Chena River ist stimmungsvoll.
Weitere to Do´s in Fairbanks
·         Visitorcenter
·         Ureinwohner-Denkmal
·         Kirche: Die hübsche weiße Holzkirche steht auf einem Fundament, welches ebenso aus Holz besteht.
 
Mittagspause wird im „Fred Meyer“ Supermarkt gemacht. Hier findet jeder etwas Passendes.
 
·         Pioneerpark:(Eintritt frei) Mussen und Geschäfte
·         Icemuseums


Meine Kofferrecherche war bisher durchwachsen. Es kommt hin und wieder vor, dass in Alaska mal ein Gepäckstück vergessen und nachgeliefert wird. Doch ein Koffer ohne Banderole sei schließlich wie ein Passagier ohne Ticket, zumal vergessen in Washington und nicht im Bundesstaat Alaska, so die gleichnamige Airline. Provisorisch hatte ich mich eingedeckt und die Campingplätze auf denen wir übernachteten waren mit Waschmaschinen und Trocknern ausgestattet. Dies half mir über den Verlust hinweg. 

Alaska Railroad

Store

 
Über den Richardson Highway geht es weiter nach Valdez. Doch vorher sollte uns der Weihnachtsmann in North Pole begegnen. Da wir in einer großen Gruppe unterwegs waren und die Route unseren Zeitplan bestimmte, kamen wir vor 10:00 Uhr in North Pole an. Wie überall in Alaska freut man sich über Besucher. Flugs hat der Nikolaus sein Outfit angetan und das Geschäft für uns geöffnet. Die Weihnachtskultur, die hier über das ganze Jahr andauert, ist mit unserer vergleichbar. Es gibt allerlei Weihnachts-Krimskrams zum Mitbringen. Kontaktmail: info@santaclaushouse.com

Endlich erreichen wir Delta Junction und erfahren im dortigen Visitor Center Interessantes über die Trans Alaska Pipeline. Das umstrittene Bauwerk transportiert das flüssige Gold vom Eismeer im Norden zum eisfreien Hafen in Valdez, von wo es weiter verladen wird. Bei der Errichtung der Pipeline in den 70er Jahren hatten die Ingenieure nicht bedacht, dass das heiße Gut den gefrorenen Boden erweichen würde, in den das Tragwerk samt Öl versinken würde. So baute man große Teile der Pipeline oberirdisch und provozierte den Widerstand von Naturliebhabern und Umweltschützern. Am Highway kann man den oberirdischen Übergang der Rohrtrasse ins Erdreich anschauen. Dies war an einigen Kreuzungspunkten unabänderlich und machte den Einbau von Wärmetauschern erforderlich.

Alaska Öl Pipeline  am Richardson Highway

Alaska Öl Pipeline

 
Der Richardson Highway war der erste Highway Alaskas und ging aus dem südlichen Teil des Valdez-Eagle-Trail hervor, den die Goldsucher auf dem Weg zum Klondike nutzten. So findet man auf der Route noch Überreste alter Holzbaracken, den sogenannten Roadhouses aus der Goldgräberzeit.

In den Chugach Mountain am Thompson Pass müsst Ihr unbedingt am Warthington Gletscher halten. Auf  Tafeln gibt es Vieles über den Gletscher zu lesen. So soll der nordöstliche Teil des Gletschers den Klimawandel überdauern. Man kommt vom Parkplatz aus direkt ans Eis, sollte aber beim Anstieg vorsichtig sein.

Valdez begrüßt uns mit wunderbarem Wetter. Wir übernachten direkt am Meer auf einem Campingplatz. Die Sonne im August ist noch warm und die Welt scheint in Ordnung.

Doch es sollte noch besser kommen:

Ich erhielt Nachricht, dass mein Rucksack am Flughafen in Valdez ankommen würde und abgeholt werden wollte. Aufgrund meines Reiseleiterjobs war meine Base ein Reisebus und ich leistete mir zum Flughafen ein sogenanntes günstiges Yellow Cab. Das Taxi war so ramponiert, dass es auf einen Schrottplatz und nicht auf die Straße gehörte. Eine nette übergewichtige Fahrerin lugte aus dem zugemüllten Fahrerraum. Überglücklich kamen mein Rucksack und ich so zur amüsierten Reisegruppe zurück! 

vor Valdez

To Do´s  in Valdez
Bootstouren: am Jachthafen in Valdez buchbar, Sensation der Touren, mit ein bisschen Glück,  kalbende Gletscher

To Do´s auf der Strecke Valdez-Fairbanks
·         Copper Center: (nach Willow Creek rechts auf den Old Richardson Highway abbiegen) Restaurantbetrieb
Als Überbleibsel des ehemaliger Stützpunkt für Goldsucher findet man eine alte Tankstelle und ein altes Post Office. Noch heute leben im Umfeld Indianer.

·         Wrangel-Sankt-Elias Nationalpark 

Copper Center

Alaska ist nur sehr schwach bevölkert, weswegen man schnell und gut Kontakte knüpft. So erzählt mir Jack abends beim Bier von der langen und dunklen Winterzeit, an denen die Alaskaner einfach nur zu Hause hocken. Auch Annie seufzt, dass sie mit ihren 24 Jahren immer noch nicht den richtigen Mann gefunden hat. Warum, so frage ich mich, träume ich von diesem soweit abgelegenen Land. Am besten beschreibt es das nachfolgende Zitat:

Die Welt braucht eine Verkörperung der Grenzmythologie, das Gefühl von unentdeckten Horizonten, das Geheimnis unbewohnter Landstriche. Sie braucht einen Ort, wo Wölfe auf der Jagd sind … weil Land, das einen Wolf hervorbringen kann, ein gesundes, robustes, vollkommenes Land ist. Die Welt braucht dringend einen Ort, wo man an einem Winterabend unter dem schimmernden Nordlicht stehen kann, verstummt in Ehrfurcht vor der kosmischen Kälte und Stille. Mehr als das aber braucht sie das Wissen, dass es einen Ort gibt, wo Menschen in der ausgeglichenen Wechselbeziehung zwischen den Segnungen der Technik und den Früchten der Natur leben.“

Ich hoffe mein Blog hat Euch gefallen. Besucht mich wieder. Ich packe gerade die Koffer in den Westen von USA, diesmal etwas südlicher als Alaska.

Eure Bettina
 

Irgendwo in Alaska